(Griech. aer), in den kosmologischen Vorstellungen vieler Völker eines der vier Elemente. Der Vorsokratiker Anaximenes von Milet (6. Jh. v. Chr.) vertrat die Ansicht, dass L. der Urstoff sei, aus dem alle Dinge entstehen und in den sie zurückkehren. Mit seinen Ideen beeinflusste er wesentlich die Naturphilosophie und das Verständnis der Materie in der Antike.
Nach dem phönizischen Gelehrten Philon von Byblos schwebte im Urbeginn über dem Chaos eine „dunkle“, windige L., die sich selbst begattete und so die Schöpfung einleitete.
In der ägyptischen Mythologie trennte der L.gott Schu Himmel und Erde.
Häufig galt die L. als feinstoffliches Zwischenreich zwischen dem irdischen und dem geistigen Bereich. Manchmal sah man in ihr auch ein Symbol des unsichtbaren, in seinen Wirkungen jedoch spürbaren Geistes.
Symbolisch steht sie in engem Zusammenhang mit dem Atem und dem Wind.
In der Astrologie wurde sie mit den Tierkreiszeichen Zwillinge, Waage und Wassermann verknüpft.
Nach dem griechischen Dichter Theagenes von Rhegion (6. Jh. v. Chr.) verkörpert Hera in der Götterschlacht des 22. Buches von Homers Ilias die Luft.
Für den Neuplatoniker Porphyrius ist die L. ein Tummelplatz von Dämonen und für Marc Aurel von Seelen.
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