Luchs

(Lat. Lynx), eine Gattung der Familie der Katzen. Alle vier heute lebenden Arten kommen auf der Nordhalbkugel vor.
Seit jeher assoziierten seine funkelnden Pupillen Sonne und Mond als wachsam spähende Augen einer Allgöttlichkeit. So floh das Mondauge des Re im ägyptischen Schöpfungsmythos von Heliopolis in Gestalt eines L.es in die Wüste und musste zurückgeholt werden.
Ein L. gehörte auch zur Begleitung des keltischen Gottes Lug und der kretischen Mond- und Unterweltgöttin Ariadne.
So wie Lynkeus („der Luchsäugige“), einer der Helden der griechischen Argonautensage, in die Tiefe der Erde zu blicken vermochte, schrieb man auch dem L. die Fähigkeit zu, durch Mauern und Wände blicken zu können, weshalb er bei Darstellungen der fünf Sinne als Personifikation des Gesichtssinnes begegnet.
Germanische Dichtungen ordneten den L. aufgrund seiner feurig blitzenden Augen dem verschlagenen Feuergeist Loki zu. In der mittelalterlichen Symbolik galt er, vermutlich wegen seines rötlichen Fells, als Symbol des Teufels.

Lit.: Becker, Udo: Lexikon der Symbole. Freiburg i.Br.: Herder, 1998; Zerling, Clemens: Lexikon der Tiersymbolik: Mythologie ‒ Religion ‒ Psychologie. Klein Jasedow: Drachen Verlag, 2012.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.