Lotos

Auch Lotus, einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Lotosgewächse (Nelumbonaceae). Von den nur zwei Arten ist die eine in der Neuen Welt und die andere in Asien sowie im nördlichen Australien beheimatet.
Die Fähigkeit des L., Schmutz von sich zu weisen, ließ ihn in weiten Teilen Asiens zum Sinnbild für Reinheit, Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung werden. Das Symbol findet sich sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus, wo die Erleuchteten (Buddhas), insbesondere Siddhartha Gautama, regelmäßig auf einer geöffneten Lotosblüte oder einem Lotosthron stehend oder sitzend dargestellt werden bekannt als Lotoshaltung.
In Ägypten wurde der aus dem Wasser auftauchende L. zum Sinnbild der aus der Nacht hervorbrechenden Sonne und zum Träger des Sonnengottes. So ist mit „der goldene Jüngling, der aus dem L. hervorkam“ der Sonnengott Re gemeint. Grabmalereien zeigen, wie Verstorbene sich am Duft der blauen L.blume erfreuen, was die Hoffnung auf Wiedergeburt ausdrücken soll. Der weiße L. hingegen spielte im Isiskult als Symbol der Reinheit eine Rolle.
Besonders ausgeprägt ist die Symbolik des L. in China, wo die Blüte Sinnbild einer guten Ehe sein soll.
Der Tausendblättrige L. schließlich sei Ausdruck der Gesamtheit aller geistigen Offenbarung.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Erftstadt: area Verlag, 2004.
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