Lokapala

Skrt., „Weltenhüter“:
1) Hinduistische Gruppe von Schutz- und Wächtergottheiten der 4 bzw. 8 Himmelsrichtungen des Weltkreises. Zunächst gab es nur 4 für die Haupthimmelsrichtungen: Indra (Osten), Yama (Süden), Varuna (Westen) und Kubera (Norden). Später kamen 4 weitere für die Nebenhimmelsrichtungen dazu: Agni (Südosten), Surya (Südwesten), Vayu (Nordwesten) und Soma (Nordosten). Anstelle von Soma und Surya erscheinen heute Nirrita und Isha.
Im Tantrismus gibt es noch Brahma für den Zenit und Vishnu für den Nadir. Jedem von ihnen ist ein Elefant beigegeben.
2) Jinistischer Gott im Rang eines Markgrafen in der jeweils fünften Rangstufe innerhalb jeder der 4 Götterklassen. Zu den wichtigsten gehören: Soma im Osten, Yama im Süden, Varuna im Westen und Vaishravana im Norden. Zusammen mit den Indras herrschen sie über die niederen Gottheiten.
Jeder L. hat vier Gemahlinnen, von denen wiederum jede von je 1000 Göttinnnen niederen Ranges umgeben ist.
Die L.s schützen die vier Himmelsrichtungen und Horizonte am Weltenberg Meru im Zentrum des Universums und bewachen die Eingänge zum Paradies Indras. In der Kunst werden sie heroisch dargestellt, mit Rüstung, Arm- und Beinschutz sowie kostbarem Schmuck.

Lit.: Bellinger, Gerhard J.: Knaurs Lexikon der Mythologie. München: area, 2005.
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