Lindmayr, Maria Anna Josepha von Jesus

(* 24.09.1657 München; † 06.12.1726 ebd.), Armeseelenvisionärin, ab 1691 Terziarin, Chorfrau Ocarm Disc., 1712 Eintritt in das Dreifaltigkeitskloster der Karmelitinnen mit dem Ordensnamen Sr. Josepha von Jesus.
Siebenmal sah sie in der Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1690 (einem Freitag) das Ecce Homo-Gnadenbild von Pielenhofen weinen und erhielt die Offenbarung, dass durch dieses Bild noch viele Sünder bekehrt würden.
Während der Säkularisation kam dieses Bild nach Pielenhofen. 1705 vermittelte L. erfolgreich im Konflikt zwischen dem Kaiser und dem bayerischen Kurfürsten Max Emmanuel. Sie erhielt auch die Stigmen und starb im Ruf der
Heiligkeit. Die Seligsprechung wurde 1727 eingeleitet.
Während der Säkularisation 1803 wurden ihre sterblichen Überreste mit jenen von 42 weiteren Nonnen auf den Südfriedhof München hinausgefahren und in einer Grube verscharrt. Das Massengrab befindet sich dort hinter der Gruft der gräfischen Familie Rechenberg.

W.: Mein Verkehr mit Armen Seelen: aus dem Tagebuch einer Carmelitin. Stein a. Rhein: Christiana, 5. Aufl. 1999.
Lit.: Pfeffer, K.: M.A. Josepha a Jesu L.: eine bayerische Mystikerin der Barockzeit, in: Christenleben im Wandel der Zeit, hrsg. v. G. Schweiger, Bd. I. München, 1987, S. 212-228.
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