Limbus

Der L. (lat., Saum, Rand, Streifen) bezeichnet in der katholischen Theologie einen Ort (im Volksmund auch als „Vorraum“ oder „äußerster Kreis der Hölle“ bezeichnet), an dem sich Seelen befinden, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel und der ewigen Anschauung Gottes ausgeschlossen sind. In der Theologie, die den Begriff ca. seit Ende des 12. Jahrhunderts benutzt, wird unterschieden zwischen dem L. der Väter (Limbus patrum), der mit Tod und Auferstehung Christi endete, und dem L. der Kinder (Limbus infantium oder Limbus puerorum), der in der Tradition als Ort für die Seelen ungetauft gestorbener Kinder angesehen wurde.
Seit November 2005 beschäftigte sich die päpstliche Internationale Theologenkommission mit dem Thema. Am 20. April 2007 genehmigte Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse der Kommission und ermöglichte die Abwertung der Lehre vom limbus puerorum zu einer „nicht vom kirchlichen Lehramt unterstützten älteren theologischen Meinung“. Die Theologen der Kommission seien zu der Auffassung gelangt, dass die Seelen nicht getaufter, gestorbener kleiner Kinder direkt in das Paradies kommen würden. Das Dokument der Internationalen Theologenkommission besagt jedoch auch (in Absatz 41), dass der L. eine „mögliche theologische Meinung bleibe“. Er gehöre zwar nicht zur Glaubenslehre der katholischen Kirche, bleibe jedoch eine Theorie, welche die Kirche nicht verurteile und den Gläubigen zubillige.

Lit.: The Hope of Salvation for Infants Who Die Without Being Baptized. International Theological Commission, January 19, 2007.
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