Lie, Jonas

(* 06.11.1833 auf Hoen Gård, Hokksund; † 05. 0.1908 Stavern, Norwegen), Jurist, Schriftsteller und Dramatiker. Nach eigenem Bekunden verfügte er über das Zweite Gesicht.
Nach erfolgreichem Studium praktizierte L. zwischen 1859 und 1869 als Rechtsanwalt in Kongsvinger. 1866 erschien seine Sammlung Digte, die ihn populär machte. Danach gab er seinen Beruf auf und arbeitete als Journalist. Ab Ende der 1870er Jahre lebte L. zunächst in Norddeutschland, später in Bayern. Den Winter verbrachte er meist in Paris, den Sommer in Berchtesgaden. Nachdem er schon 1882 kurz nach Norwegen zurückgekehrt war, ließ er sich 1893 endgültig in Holskogen bei Kristiansand nieder.
1890 wurde L. in die Königliche Wissenschafts- und Literaturgesellschaft in Göteborg aufgenommen. 1904 zeichnete ihn Oskar II. (Schweden) mit dem Großkreuz des Sankt-Olav-Ordens aus.
Seine erfolgreiche Erzählung Den Fremsynte, 1870 (dt. Der Hellseher oder Bilder aus Nordirland), die zur Weltliteratur gerechnet wird, schildert den Weg eines Mannes, der ebenfalls über diese Gabe verfügt. In die Handlung eingewoben sind Motive und Erzählungen aus dem Bereich des Übersinnlichen sowie aus germanischer und lappländischer Folklore.

W. (Auswahl): Der Hellseher oder Bilder aus Norwegen. Aus dem Norweg. von Wilhelm Lange, vom Verfasser autorisirte Übersetzung. Leipzig: Reclam, 1882.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.