Licht

Allgegenwärtige Erscheinung, die uns in ihren Wirkungen zwar vertraut, in ihrem Wesen aber weitgehend unbekannt ist. Von daher ist L. ein bevorzugtes Symbol für Immaterialität, Geist, Gott, aber auch Leben. Eine weitere Unterscheidung ist gegeben zwischen dem L. der Sonne, das die Inspiration und geistige Schau symbolisiert, und dem L. des Mondes, das als reflektiertes L. die mittelbare Erkenntnisform des rationalen, diskursiven Denkens versinnbildlicht. L. steht oft in Abgrenzung zur Finsternis, die dann meistens als Symbol für Nicht-Erkennen, für Tod, Unglück oder für das Geheimnisvolle erscheint.
Die räumliche Vorstellung von oben und unten entspricht im symbolischen Denken dem Verhältnis von Licht und Finsternis. Fast alle auf einer Zweiteilung der Welt basierenden Grundprinzipien beziehen sich auf die Unterscheidung von L. und Dunkelheit, so z.B. Ormuzd und Ahriman, Yin und Yang, Engel und Dämonen, Geist und Materie, männlich und weiblich usw.
Die Vorstellung vom Aufstieg vom Dunkel zum L. spielt bei vielen Völkern eine wichtige Rolle sowohl in Bezug auf die Menschheits- als auch die Individualentwicklung.
Die Scheidung von L. und Finsternis am Uranfang der Welt als ein Setzen der ersten Ordnung findet sich in den kosmogonischen Vorstellungen vieler Völker.

Lit.: Becker, Udo: Lexikon der Symbole. Freiburg i.Br.: Herder, 1998.
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