Licht, inneres

Das „innere Licht“ bildet das entscheidende Erlebnis des Schamanismus bei den Eskimo. Sein Erreichen kommt praktisch einer Initiationsprobe gleich. Der Kandidat erlangt diese „Erleuchtung“ (qaumaneq) nach langen Stunden der Meditation in völliger Einsamkeit. Die Erleuchtung bestehe „in einem geheimnisvollem Licht, das der Schamane plötzlich in seinem Körper, im Innern seines Kopfes, innerhalb seines Hirnes verspürt ‒ ein unbeschreiblicher Scheinwerfer, ein strahlendes Feuer, das ihn fähig macht, im Dunkeln zu sehen, sowohl im eigentlichen als im übertragenen Sinn, denn jetzt vermag er selbst mit geschlossenen Augen durch die Finsternis zu sehen und Dinge und zukünftige Ereignisse wahrzunehmen, die den anderen Menschen verborgen sind; er kann auf diese Weise sowohl die Zukunft erkennen als auch die Geheimnisse der anderen“.

Lit.: Eliade, Mircea: Yoga: Unsterblichkeit und Freiheit. Zürich: Rascher Verlag, 1960, S. 338-343, hier: 342.
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