Libussa

Berühmte Königin von Böhmen, deren Ruf als gerechte Herrscherin und zugleich mächtige Zauberin weit verbreitet war. Nach dem ihr durch Losen das Reich zugefallen und sie somit genötigt war, sich einen Gemahl zu suchen, ließ sie ihr Pferd laufen, das sich schließlich vor einem Bauern namens Přemysl, der auf einer Pflugschar sein Essen verzehrte, verneigte und damit anzeigte, dass er der Auserwählte sei. L. wurde so zur Anherrin der böhmischen Herrscher (Přemysliden) und gründete Prag. Durch Zauberkunst soll sie noch andere Städte gegründet und dem Reich Glück und Frieden beschieden haben. Der Legende nach habe L., als sie ihr Ende nahen fühlte, ihre mit Edelsteinen bestückte Krone in der Moldau (oder Elbe) versenkt, begleitet von dem Orakelspruch, dass ‒ sollte ihr Geschlecht einmal ausgestorben sein ‒ derjenige, der die Krone findet, König von Böhmen und seine Kinder dessen Nachfolger für ewige Zeiten sein sollten.
Der Stoff wurde dichterisch von Clemens Brentano und Franz Grillparzer bearbeitet.

Lit.: Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Erftstadt: area Verlag, 2004.
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