Liber divinorum Operum

Die reifste Schrift der hl. Hildegard von Bingen, die Schau über Welt und Mensch, die in mehreren Fassungen vorliegt. Dabei ist erwähnenswert, dass sie in der Genter Fassung den Titel De operatione Dei trägt, während die späteren Manuskripte sie als Liber divinorum operum bezeichnen. Die Entstehung des Werkes wird auf die Zeit zwischen 1163 und 1173 datiert.
Den Beginn der Visionen, von denen in diesem Buch die Rede ist, datiert Hildegard in ihrem Vorwort auf das Jahr 1163.
So beschreibt sie in 10 Kosmos-Visionen den Menschen als Geschöpf Gottes, der selbst Schöpfer einer Welt ist. Sein schöpferisches Wirken lebt aus Christus, der in der Fülle der Zeit Mensch wurde, um Mensch und Welt in der göttlichen Liebe zum Vollbild zu gestalten: „Ich, die höchste und feurige Kraft, habe jedweden Funken von Leben entzündet, …. Mit jedem Lufthauch, wie mit unsichtbarem Leben, das alles erhellt, erwecke ich alles zum Leben.“
Dieses Leben ist die Liebe, die letztlich nur der Glaube erfassen kann.

Lit.: Hildegard von Bingen: Welt und Mensch. Salzburg. Otto Müller Verlag, 1965.
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