Libellen

(Odonata) bilden eine Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten und gliedern sich in drei Untergruppen: Kleinlibellen, Urlibellen und Großlibellen.
Dem Fluginsekt kam einst in ganz Europa große mythische Bedeutung zu. Seit der Spätantike haftet der L., ähnlich dem Schmetterling, die Bedeutung von ewiger Regeneration und Unsterblichkeit an. Ihre Flugkünste und plötzlichen Richtungsänderungen sollen auf die Unberechenbarkeit der Natur verweisen.
In China verkörpert der filigrane Flieger in seiner Freude an Bewegung die Freude am Leben und dessen aktiver Gestaltung. L. charakterisieren auch Unbeständigkeit, Schwäche und Verletzbarkeit, in Japan hingegen Verantwortungslosigkeit und Unzuverlässigkeit. Das „Kojiki“, eine um 712 verfasste Mythologie und Frühgeschichte Japans, hatte die Hauptinsel Honshū jedoch als fruchtbare Libelleninsel beschrieben, verbunden mit der Fülle kaiserlicher Macht. Seitdem symbolisiert diese Insel in der japanischen Literatur Glück ebenso wie Mut zur Veränderung.

Lit.: Bellmann, H.: Libellen beobachten – bestimmen. Augsburg: Naturbuch, 1993; Zerling, Clemens: Lexikon der Tiersymbolik: Mythologie, Religion, Psychologie. Klein Jasedow: Drachen Verlag, 2012.
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