(Ca. 1550-1616), deutscher Arzt und Alchemist.
L. erwarb 1588 den medizinischen Doktorgrad in Basel, ebenfalls 1588 Prof. für Geschichte und Poetik in Jena, 1591 Stadtphysikus in Rothenburg ob der Tauber, 1592 zusätzlich Schulinspektor am neugegründeten Gymnasium; von 1607 bis zu seinem Tod Rektor am Coburger Gymnasium.
In seinen Schriften kritisierte L. die falsche Gelehrsamkeit einiger Paracelsisten, war jedoch von der Möglichkeit der Metalltransmutation überzeugt.
Mit seinem 1597 in Frankfurt/M. erschienenen Hauptwerk Alchemia begann die chemische Lehrbuchtradition. Das darin zusammengeführte Wissen wies L. als führenden Experimentator und praktischen Chemiker seiner Zeit aus. Als solcher beschrieb er 1605 die Darstellung von Zinnchlorid, das nach ihm „Spiritus fumans Libavii“ genannt wurde.
Auf seine zahlreichen Schriften, von denen mehrere unter dem Pseudonym Basilius de Varna erschienen, kann hier nur verwiesen werden.
W. (Auswahl): Alchimia, recognita, emandata et aucta. Frankfurt, 1616.
Lit.: Die Alchemie des Andreas Libavius: ein Lehrbuch der Chemie aus dem Jahre 1597; zum ersten Mal in deutscher Übersetzung mit einem Bild- und Kommentarteil. Weinheim/Bergstr.: Verl. Chemie, 1964; Priesner, Claus/Figala, Karin (Hrsg.): Alchemie: Lexikon einer hermetischen Wissenschaft. München: Beck, 1998.