Lethargische Biostase

Die Abkühlung des Körpers durch Anpassung an das Erkalten ist nicht die einzige Überlebensform durch Biostase. Es scheint, dass die Biostase auch einem Sauerstoffentzugsschock widerstehen kann, denn außer dem Ertrinken hat man den Fall eines japanischen Bergarbeiters beobachtet, der 21 Tage Verschüttetsein überlebte.
Bei einer Barbiturat-Vergiftung wurde ein 24-stündiger „Stillstand der Gehirnströme“ beobachtet, dem eine folgenlose Heilung folgte. Obwohl man nach Hubert Larcher die Abkühlung bei „Außerkörperlichen Erfahrungen“ nie temperaturmäßig untersucht hat, zeigt die Erfahrung, dass verschiedene Versuchspersonen umso besser „in die Feme schweiften“, je weiter ihr Körper abgekühlt war und sich der Biostase näherte.
Als Mrs. A.W. Wilcox Opfer einer spontanen „Exteriorisation“ auf der Straße wurde, erklärte die Ärztin, die sich über sie beugte, dass sie tot sei. Als Wilcox wieder „in ihren Körper zurückkehrte“ bzw. zu sich gekommen war, begann sie wieder zu atmen, und die Ärztin meinte: „Das ist möglicherweise ein Wunder!“
Mollie Fancher, die in teilweiser Biokömese lebte und daher nach den Worten von Prof. West „keine der normalen Lebensfunktionen erfüllte, außer der Atmung“, wurde manchmal von tiefen Transiten ergriffen, über die sie zu Richter Dailey sagte: „Wenn ich in einen Transitzustand falle, verlasse ich mich selbst, gehe aus mir heraus, gehe hier- und dorthin und sehe viele Dinge.“ Eines Tages war ihr Transit so tief, dass einer ihrer Freunde sie für tot hielt.
Albert de Rochas zeichnete die freiwilligen Lethargie-Experimente des Fakirs Harides auf, dessen längstes kontrolliertes Bestattetsein zehn Monate dauerte. Außerdem beschrieb er einige sehr gut vergleichbare Untersuchungen.
Hingegen geschah es vollkommen gegen den Willen der sieben Buben aus Ephesus Malchus, Maximian, Marcellus, Denis, Johannes, Seraphion und Konstantin dass sie, als sie zwischen 249 und 253 auf der Flucht vor der Verfolgung durch Kaiser Decius in der Grotte des Monte Celius Zuflucht suchten, zusammen mit ihrem Hund eingemauert wurden. Als die Mauer unter Theodosius II. abgetragen wurde, wachten sie alle aus ihrer Lethargie auf, die mindesten 155 Jahre gedauert hatte, starben aber sofort am darauffolgenden Tag, noch bevor sie Zeit gehabt hatten, zu altern. Christen und Muslime kennen sie unter dem Namen „Sieben Schläfer“. Man kann heute noch ihre Gräber sehen, die in den Felsen nahe der Grotte gehauen wurden, mit einem kleinen Grab für ihren Hund, der ihr außergewöhnliches Abenteuer geteilt hat.

Resch, Andreas: Bewusstsein, Heilung dund Mystik nach Hubert Larcher (Reihe R; 15). Innsbruck: Resch, 2019.

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