Lerche

Die Lerchen (Alaudidae) sind eine artenreiche Familie in der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung Singvögel (Passeres). Die Familie umfasst mehr als 90 Arten, von denen die Mehrzahl in Afrika vorkommt. L.n sind Bodenbrüter, die ein Revier verteidigen. Der Gesang vieler Arten ist melodiös.
In der provokanten Komödie „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes (* um 450; 380 v. Chr.) ist die (Schopf-)Lerche nicht nur das Erste aller Tiere, sondern sie existierte bereits vor allen Göttern. Als ihr Vater starb, gab es noch nicht einmal Erde, um ihn zu bestatten, weshalb sie ihn in ihrem Schopfloch begrub. Schon ihr häufiger Beiname im alten Hellas, epitymbidios („sich auf Grabhügeln herumtreibend“) bringt die L. in Verbindung mit Tod und Ursprung. Der Literaturhistoriker Angelo de Gubernatis (1840-1913) deutete die Haubenlerche selbst als Gottheit, die identisch mit der einen Kamm tragenden, d.h. Strahlen entsendenden Sonne sei. Die helmtragende Göttin Athene hatte die Haubenlerche als Attribut, weil der Schopf einem Helm gleichkam, der wiederum Schutz und Bewahrung des Kopfes samt Gedankenwelt assoziierte.
Im Altindischen bedeutete der Name Lerche, bharadvāǵa, zugleich „Bringer von Speisen und Gütern“. So hieß aber auch einer der mythischen Dichter, der von einer L. mit Nahrung versorgt wurde und dem ein Großteil der altvedischen Hymnen zugeschrieben wird.

Lit.: Pätzold, Rudolf: Kompendium der Lerchen: alle Lerchen unserer Erde. Dresden: Jan-Schimkat-Medienpublikation, 2003; Zerling, Clemens: Lexikon der Tiersymbolik: Mythologie Religion Psychologie. Klein Jasedow: Drachen Verlag, 2012.
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