Leopard

(Panthera pardus), auch Panther oder Panter, ist eine Art aus der Familie der Katzen, die in Afrika und Asien verbreitet ist. Darüber hinaus kommt sie auch im Kaukasus vor. Nach Tiger, Löwe und Jaguar ist der L. die viertgrößte Großkatze. Der gefleckte und der schwarze L. (Letzterer als Panther bezeichnet) sind in der Überlieferung nicht immer klar voneinander zu trennen.
Die Großkatze war Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens, im alten Ägypten auch des Weiterlebens nach dem Tode.
In der Antike war der L. Attribut der Muttergöttin Kybele und der Jagdgöttin Artemis und spielte im Kult des Dionysos eine Rolle. Unter Konstantin d. Gr. geprägte Münzen zeigen einen Panther mit gesenktem Kopf (Sieg über das Heidentum) zu Füßen des Kaisers. Bei Dante (Inferno I, 31) versinnbildlicht das Tier die Unkeuschheit.
In schamanischen Kulturen gilt der L. als „Herr der Tiere“, der mit magischen Kräften ausgestattet ist. Nach dortiger Vorstellung können mächtige Schamanen seine Gestalt annehmen und durch die Welten und Zeiten reisen. Seit jeher versuchten Männer, die Kraft und Potenz des L.en mittels Amulett (aus Zähnen, Krallen, Fell) auf sich zu übertragen. Geheimbünde in Afrika, die magische Praktiken ausüben, bezeichnen sich als „Leopardengesellschaft“. In China gelten Fleisch, Penis und Knochen von Leoparden als beliebte Aphrodisiaka, die meist pulverisiert in Alkohol eingenommen werden.

Lit.: The Cat in Magic, Mythology, and Religion. London: Bracken Books, 1989; Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Rätsch, Christian/Müller-Ebeling, Claudia: Lexikon der Liebesmittel: pflanzliche, mineralische, tierische und synthetische Aphrodisiaka. Aarau: AT Verlag, 2003.
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