Leland, Charles Godfrey

(* 15.08.1824 Philadelphia/USA; † 20.03.1903 Florenz), Volkskundler, Schriftsteller, Herausgeber mehrerer Zeitschriften.
L. studierte an der Princeton University, in Heidelberg und München sowie an der Sorbonne in Paris. Nachdem er dort an der Februarrevolution 1848 teilgenommen hatte, kehrte er in die USA zurück und begann eine berufliche Laufbahn als Journalist. Später zog er nach London, um sich dort mit der Familie ein neues Leben aufzubauen und sich neuen Interessen zu widmen, u.a. dem Studium der Folklore, der Zigeunerlegenden und der Zigeunersprache. Zehn Jahre später zog er nach Florenz, wo er von einer jungen Frau namens Magdalena erfuhr, dass insgeheim immer noch die alten Götter angebetet wurden. L. behauptete daraufhin, mit einem antiken Hexenkult in Kontakt zu stehen und veröffentlichte 1899 die Aufzeichnungen der italienischen Hexe Maddalena in seinem Werk Aradia The Gospel of the Witches, das erst 1974 vollständig publiziert wurde. Darin beschreibt er Opferriten, die regelmäßig bei Vollmond ausgeführt wurden, und gibt eine detaillierte Beschreibung einer Coven-Versammlung (NB: Aradia war nach der römischen Mythologie eine Tochter Dianas).
Seine Bücher beeinflussten Gerald Gardner und wirkten stark auf das moderne Hexenwesen.

Lit.: Varesano, Angela-Marie: Charles Godfrey Leland: The Eclectic Folklorist. University of Pennsylvania, 1979 (Ph.D Dissertation).
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