Leichentuch

Als L. bezeichnete man in Ägypten das Laken, in das die Mumie eingehüllt wurde. Es bildete lediglich einen Teil der Umwicklung, wie auch innerhalb derselben große, den ganzen Körper umhüllende Umschlagtücher mit Bindelagen zu wechseln pflegten.
Ab dem Neuen Reich (1550-1070 v. Chr.) ging man indessen dazu über, auch das L. dem magischen Schutz der Toten dienstbar zu machen. In der griechisch-römischen Zeit wurde es bevorzugt mit aufgemalten Bildern geschmückt.
Heute ist das L. meist ein aus Baumwolle, Leinen oder Seide gefertigtes Tuch, in das Verstorbene zur Bestattung eingewickelt werden.

Zu den bekanntesten Leichentüchern zählt das Turiner Grabtuch, in das der Leichnam Jesu gehüllt wurde. > Turiner Grabtuch.

Lit.: Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 2000; Das Grabtuch von Turin, in: Andreas Resch: Phänomene der Parnormologie (Reihe R; 11). Innsbruck: Resch, 2018, S. 239ff.
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