Lectisternium

(Lat. lectus, Bett, Kissen, und sternere, ausbreiten), feierliches Göttermahl im alten Rom, bei dem die Bildnisse der Götter oder deren jeweilige Attribute auf prächtige Polster, die mit kostbaren Decken drapiert waren, gelegt und mit daneben gestellten Speisen symbolisch bewirtet wurden.
Das erste bezeugte L. fand 399 v. Chr. aufgrund eines Orakels der Sibyllinischen Bücher statt, die man wegen einer in Rom wütenden Seuche befragt hatte. Teilnehmer des Göttermahls waren Apollo und Latona, Hercules und Diana sowie Mercurius und Neptunus, deren Bildnisse paarweise auf drei Liegen vor den Speisetischen aufgestellt wurden.

Es gab ordentliche und außerordentliche Lectisternien. Letztere, die drei, acht und mehr Tage dauerten, fanden bei glücklichen und unglücklichen Ereignissen, die den Staat betrafen, statt. Während des Festes herrschten allgemein Friede, Versöhnlichkeit und Gastlichkeit.
Neben den öffentlichen, offiziellen L. fanden auch solche im privaten Bereich statt, z.B. bei Begräbnisfeierlichkeiten.

Lit.: Siebert, Anne Viola: Lectisternium, in: Der Neue Pauly (DNP), Bd. 6. Stuttgart: Metzler, 1999, Sp. 1217.

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