Lebranchu, Marie

Sachverhalt: Marie Lebranchu, geb. 1857, lebte zur Zeit der Heilung am 20. August 1892, im Alter von 35 Jahren, in Paris. Nachdem bereits ihre Eltern an Tuberkulose verstorben waren, litt auch sie schon sehr früh an Lungentuberkulose mit tiefen Kavernen. Sie wurde von heftigen Hustenanfällen geschüttelt und schließlich in das französisch-niederländische Spital (Hȏspital Néederlandais) aufgenommen, das speziell auf Tuberkulosekranke ausgerichtet war. Dort lag sie zehn Monate im Bett, mit Blutspucken, Eiterauswurf und ständigem Erbrechen, sodass sie schließlich nur mehr 24 Kilo wog. Für die behandelnden Ärzte war sie eine hoffnungslose Todeskandidatin. Somit setzte Marie ihre letzte Hoffnung auf eine Wallfahrt nach Lourdes, die sie am 19. August 1892 mit dem Pilgerzug von Paris aus antrat.
Am Samstag, den 20. August 1892, erfolgte beim Eintauchen in das Wasserbecken in der Grotte von Massabielle die plötzliche Heilung. Als sie nach dem ersten Bad in das Bestätigungsbüro kam und sorgfältig untersucht wurde, fand
man bei ihr weder Rasselgeräusche noch Bronchialatmen noch die leiseste Spur irgendeiner Verletzung. Sie hustete nicht mehr, hatte keinen Auswurf, jedoch einen gesunden Appetit. Bis zu ihrer Abreise stellte man jeden Tag aufs
Neue fest, dass die Heilung andauerte. Marie heiratete 1894 und starb 1920 im Alter von 63 Jahren.
Schließlich bescheinigte auch ein Ärztekommitee in Lourdes die plötzliche und dauerhafte Heilung von Marie Lebranchu als medizinisch nicht erklärbar.
Medizinisches Gutachten:
Diagnose: Lungentuberkulose (Bazillus Koch im Speichel).
Prognose: Keine Aussicht auf Heilung und Lebensgefahr (infaust quoad valetudinem et vitam).
Therapie: Angemessen, aber unwirksam.
Art der Heilung: Plötzlich, vollständig und dauerhaft, medizinisch nicht erklärbar.
Kirchliche Approbation:
Am 6. Juni 1908 wurde die Heilung von Marie Lebranchu durch Erzbischof Amette von Paris als Wunder anerkannt.

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