Lebensfaden

In der griechischen und römischen Mythologie Symbol für das menschliche Leben. Er wird von den drei Moiren bzw. Parzen gesponnen, die in der Ilias des Homer daher auch als Kataklothes (als „Zuspinnerinnen“) bezeichnet werden. Sie legen nicht nur die Länge des menschlichen Lebens fest, sondern auch dessen Beschaffenheit. Glück und Unglück werden so den Menschen zugeteilt. In der Edda übernehmen später die Nornen dieses Motiv. Sie bestimmen das Schicksal der Menschen jedoch durch Loswurf.

Lit.: Betz, Otto: Der Lebensfaden: ein symbolisches Motiv in Mythos und Märchen. Symbolon. Jahrbuch für Symbolforschung, Neue Folge, Bd. 9 (1988), S. 107-120.
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