Weder die Heiligen Schriften noch die Theologen bieten uns genügend Licht, um das künftige Leben nach dem Tod richtig zu beschreiben. Hier ist jenseits aller Diskussion die Auferstehung Christi das überragende historische Ereignis und der Kern seiner Botschaft, die besagt: Die Christen müssen die beiden folgenden wesentlichen Punkte festhalten:
Einerseits müssen sie an die grundsätzliche Fortdauer ‒in der Kraft des Heiligen Geistes ‒ des gegenwärtigen Lebens in Christus im künftigen Leben glauben (denn die Liebe ist das Gesetz des Reiches Gottes, und unsere auf Erden geübte Liebe wird das Maß für unsere Teilhabe an der Herrlichkeit Gottes im Himmel sein).
Andererseits müssen sie deutlich wissen, dass sich unsere Situation zwischen dem jetzigen Leben und dem künftigen Leben grundlegend ändert, weil der Ordnung des Glaubens die Ordnung des vollen Lichtes folgt und wir mit Christus sein und „Gott schauen werden“ (vgl. 1 Joh 3,2).
In diesen Verheißungen und in diesen wunderbaren Geheimnissen besteht wesentlich unsere Hoffnung. Wenn unsere Vorstellungskraft nicht bis dort vorzudringen vermag, so gelangt doch unser Herz aus eigenem Antrieb und zuinnerst dorthin.
So bejaht die Katholische Kirche:
Die Auferstehung der Toten
Die Auferstehung des ganzen Menschen
Die Unsterblichkeit der Seele als geistiges Element des Menschen
Das Fürbittgebet für die Verstorben
Die Wiederkunft des Herrn, abgesetzt von der Situation des Menschen unmittelbar nach seinem Tod
Die Seligkeit der Gerechten
Die ewige Strafe des Sünders
Die Reinigung durch das Fegefeuer
Sie verneint:
Die Sterblichkeit der Seele
Die Auferstehung nur des Geistes oder nur des Fleisches
Die Überflüssigkeit des Gebets für die Verstorbenen
Die endgültige und ausschließliche Verklärung im Tod
Die Gleichsetzung der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel mit der Verherrlichung aller übrigen Auserwählten
Die Leugnung des Fegefeuers und der ewigen Verdammnis.