Lattiche

(Lactuca), Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Milchsaft, von dem sich der botanische Gattungsname Lactuca ableitet, enthält Bitterstoffe, die der Pflanze einerseits bei der Abwehr von Fressfeinden und Schädlingen helfen, andererseits den Wohlgeschmack des Gartensalats, der einzigen Lattichart mit ökonomischer Bedeutung, bestimmen.
Der L. war die heilige Pflanze des volkstümlichen, ägyptischen Fruchtbarkeitsgottes Min, an dessen Fest im ersten Sommermonat jeweils ein kleines Beet mit der Pflanze in der Prozession mitgeführt wurde. Der L. findet sich auf zahlreichen Reliefbildern des Min und in Anlehnung an ihn auch bei einer Sonderform des Amun, z.B. im Tempel von Luxor. Die Pflanze galt bei den Ägyptern als Aphrodisiakum, was auch ihre Beliebtheit als kultische Opfergabe (Erhaltung der Zeugungskraft = Leben) erklärt. Als sog. Totenkraut pflanzte man L. auf die Gräber zur Nahrung der Verstorbenen und als Grundlage für ihre Neugeburt.
Bei den Griechen hatte der L. merkwürdigerweise die gegenteilige Bedeutung, nämlich die eines Anaphrodisiakums.

Lit.: Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Aarau: AT Verlag, 1998; Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik. München: AT Verlag, 2007.
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