Latinae feriae

Ein schon in uralter Zeit von den Latinern zu Ehren des Jupiter Latiaris auf dem über Albalonga gelegenen Albaner Berg gefeiertes Fest, das unter den Tarquiniern an Bedeutung gewann, nachdem Rom an die Spitze des Latinerbundes gekommen war und Jupiter Latiaris zum Schutzgott des Bundes erhoben wurde. Das Fest fand zu Jahresbeginn an einem vom Bundesvorstand, später von den römischen Konsuln festgesetzten Tag statt. Aus allen latinischen Städten kamen Gesandte und brachten landwirtschaftliche Erzeugnisse für den gemeinsamen Festschmaus mit, der nach Opferung eines jungen weißen Stieres erfolgte, von dem der Abgesandte jeder Stadt ein Stück erhielt. Bisweilen wurde zum Vollzug des Opfers ein spezieller Diktator ernannt. Geschäfte, ebenso wie Fehde und Krieg ruhten während des Festes. Hingegen wurden Gladiatorenspiele und Wettkämpfe aufgeführt.

Lit.: Meyers Konversationslexikon, elfter Band. Leipzig/Wien: Bibliographisches Institut, 5. Aufl. 1896.
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