Laternenfest

(Chin. Rel.), eines der heitersten Feste im Reich der Mitte. Über die Entstehung gibt es unterschiedliche Versionen. Verbreitet ist vor allem die Sage von einem Mandarin, der seine leibliche Tochter vermisst habe. In der Meinung, sie sei von Räubern entführt worden, habe er sie, begleitet von seiner Dienerschaft und bald auch von den Einwohnern der Nachbardörfer, die alle mit Laternen ausgestattet waren, gesucht. Zum Andenken an diese Nacht und das Wiederfinden habe er dann dieses Fest eingeführt, das sich bald über ganz China verbreitete. Bei Einbruch der Dunkelheit hängen alle Häuser große, sechsseitige, bunte Laternen aus, deren Pracht sich nach dem Reichtum des Besitzers richtet. Auch das Innere der Häuser ist mit Hunderten von Laternen versehen. Selbst öffentliche Gebäude wie Gerichtssäle und Tempel teilen diese Sitte und tragen so zum Glanz und zur Pracht des Festes bei. Lange Züge von Personen beiderlei Geschlechts mit Laternen ziehen durch die Straßen.

Lit.: Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Erstadt: area Verlag, 2004.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.