Lateau, Louise

(* 03.01.1850 Bois d’Haine, Belgien; † 25.08.1883), betrifft einen der bestdokumentierten Stigmatisationsfälle.
L. erlangte in den 1860er Jahren aufgrund ihrer Visionen und Stigmen eine solche Bekanntheit, dass sie innerhalb von drei Jahren von über hundert Ärzten und zweihundert Theologen untersucht wurde. Sie war die Tochter einer belgischen Arbeiterfamilie. Ihr Vater starb, als L. noch ein Kleinkind war. Mit elf Jahren schickte sie die Mutter als Hausmädchen fort, nahm sie bald darauf aber wieder zurück, damit sie als Damenschneiderin arbeite. Während einer Choleraepidemie in Bois D’Haine 1866 pflegte die sechzehnjährige L. sechs der Epidemieopfer und erkrankte im darauffolgenden Jahr selbst schwer, sodass sie 1868 die Sterbesakramente erhielt. Sechs Tage darauf zeigte sie die ersten Stigmen. Von nun an erlebte L. in zehnstündigen Ekstasen die Passion Christi. Charismen der Hierognosie und Kardiognosie stellten sich ein. Die letzten 12 Jahre ihres Lebens verbrachte L. ohne Nahrungsaufnahme und Schlaf. Aufgrund der rücksichtslosen, brutalen Untersuchungsmethoden seitens der Ärzte hatte sie viel zu leiden. Diese konnten jedoch keinen Betrug feststellen.

L. starb am 25. August 1883. Das Begehren, ein Seligsprechungsverfahren voranzutreiben, wurde im März 2009 vom Heiligen Stuhl abschlägig beschieden.

Lit.: Thiery, Armand: Nouvelle biographie de Luise Lateau d’après les documents authentiques, 6 Bde. Löwen 1915-1921.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.