Latapie, Catherine

Bekannt als Latapie-Chouat, wurde 1820 geboren und lebte zur Zeit der Heilung in Lourdes am 1. März 1858, im Alter von 38 Jahren, mit ihrer Familie einige Kilometer von Lourdes entfernt, in Loubajac. Im Oktober 1856 stürzte Catherine von einem Baum und zog sich eine Verrenkung des Oberarms sowie eine Zerrung des rechten Armplexus zu, was zu einer Lähmung der rechten Hand, vom Typ Ellenbogen, führte. C. konnte die beiden letzten Finger der rechten Hand, die im typischen Greifreflex verblieben, nicht mehr bewegen, was ihre Arbeit beeinträchtigte.
Als sie von der wundertätigen Quelle hörte, stand sie, obwohl hochschwanger, einer plötzlichen Eingebung folgend, in der Nacht vom 28. Februar auf den 1 . März 1858 um 3.00 Uhr morgens auf, weckte ihre zwei kleinen Kinder und machte sich auf den Weg nach Lourdes. Im Morgengrauen des 1. März 1858 kam sie zur Grotte und traf dort auf Ber-
nadette, die gerade ihre 12. Vision hatte. Catherine kniete nieder und betete. Dann tauchte sie ihre Hand in die kleine Mulde, in die das Queilwasser floss, das Bernadette drei Tage zuvor nach den Angaben der „Dame“ freigelegt hatte. Sofort wurden ihre Finger wieder gerade und geschmeidig. Sie konnte diese, die auf keine medizinische Behandlung mehr angesprochen hatten, wieder strecken und beugen und genauso gut gebrauchen wie vor dem Unfall. Augenblicklich setzten auch die Wehen ein. Sie kehrte unverzüglich nach Hause zurück, wo sie noch am Abend desselben Tages (dieser Umstand ermöglichte auch die genaue Datierung der Heilung) ihr drittes Kind, Jean-Baptiste, zur Welt brachte, der 1882 zum Priester geweiht wurde.
Medizinisches Gutachten:
Diagnose: Lähmung der rechten Hand für 16 Monate infolge Verrenkung des Oberarms und Zerrung des rechten Armplexus.
Prognose: Keine Aussicht auf Heilung (infaust quoad valetudinem).
Therapie: Angemessen, aber unwirksam.
Art der Heilung: Plötzlich, vollständig und dauerhaft, medizinisch nicht erklärbar.
Kirchliche Approbation:
Am 18. Januar 1862 wurde die Heilung von C. Latapie durch Bischof Laurence von Tarbes als Wunder anerkannt.

Lit.: Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes. Innsbruck: Resch, 2., verb. Aufl. 2015.
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