Larvae

(Meist im Plural verwendet, sg. larva) oder Lemures (meist im Plural verwendet, sg. lemur), dt. Larven, waren in der römischen Religion die Geister der Verstorbenen.
Die Unterscheidung zwischen lemures und larvae ist unklar, möglicherweise sind Erstere älter, zugunsten Letzterer aber allmählich in den Hintergrund getreten. Die ab dem 2. Jh. n. Chr. belegte Bestimmung von lemures als frisch abgeschiedene Seelen, von larvae als per se oder aufgrund von Vernachlässigung des Kultes bösen und von lares als guten Totengeistern ist ein nachträgliches Modell und nicht über die gesamte Zeitspanne der römischen Antike gültig. Die Wertungen wechseln von Autor zu Autor.
In der römischen Mythologie sind die L. die Seelen Verstorbener, die aufgrund von zu Lebzeiten begangener Verbrechen niemals Ruhe finden konnten. Daher hielten sie die Römer für die Geisteskrankheit mancher Menschen verantwortlich.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon des esoterischen Wissens. München: Knauer, 1988.
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