Kyeser, Conrad

(* 1366; † ca. 1405), Arzt, frühester namentlich bekannter Verfasser einer militärwissenschaftlichen Bilderhandschrift des späten Mittelalters mit dem Titel Bellifortis. Die Schrift ist der Prototyp einer im 15. Jh. beginnenden eigenständigen Literaturgattung militärisch-technischen Inhalts. Am 23. Juni 1403 widmete K. sein Werk, das eher mit Abbildungen phantastischer als praktischer Kampfautomaten ausgestattet war, König Ruprecht von der Pfalz.
Das Werk strotzt nur so von phantastischer Kriegsmaschinerie, von nicht zu löschenden Fackelbränden und von magischen Techniken, die sich Substanzen tierischen und pflanzlichen Ursprungs zunutze machten. So sollte die Haut von der Brust eines Hirsches in der Schlacht vor Verwundung schützen. Die Federn oder Haare von bei der Jagd erlegten Tieren sollten Pfeile in das Ziel „leiten“ usw. Der Text in lateinischen Versen ist zudem in einem sehr kunstvollen und geheimnisvollen Stil gehalten.

Lit.: Quarg, Götz (Hrsg.): Der BELLIFORTIS von Conrad Kyeser aus Eichstätt, 1405; Düsseldorf: VDI-Verl., 1965.
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