Kyathomantie

Gelehrte Bezeichnung für die mit der Hydro-, Gastro- und Lecanomantie verwandte Becherwahrsagung. Dabei wurde ein Becher oder eine Schale mit einer beliebigen Flüssigkeit angefüllt und die Divination mit entsprechenden Anrufungen begleitet. Die Wahrsagenden hätten daraufhin auf der spiegelnden Oberfläche der Flüssigkeit Erscheinungen wahrgenommen, aus denen sie weissagten. Es ist anzunehmen, dass durch aufmerksames Fixieren der glänzenden Flüssigkeitsoberfläche eine Art Hypnose bzw. Ekstase hervorgerufen wurde, die dann zu den entsprechenden Aussagen führten.
Stark verbreitet war diese Wahrsageart bei den Griechen und Römern sowie bei den semitischen Völkern.

Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd. 5. Berlin: de Gruyter, 1987; Gessmann, Gustav W.: Handbuch der Wahrsagekünste: die direkten und indirekten Divinationsarten von Aeromantie bis Zoomantie. Leipzig: Bohmeier, 2006.
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