Kung-Fu

(Chin.), körperlich-geistige Disziplin, ein Übungsprogramm zur Stärkung des Körpers, das auf dem Taoismus beruht und dessen Ziel die Aktivierung der Lebenskraft Ch’i ist. Die Anwendung des K. im Kampf und zur Selbstverteidigung nennt sich Kung-Fu-Wu-Su. Ursprünglich handelte es sich bei K. um eine Kampftechnik, die schon im 3. Jahrtausend v. Chr. in China praktiziert wurde. Von dem buddhistischen Mönch Ta Mo, der im 6 Jh. im Shaolin-Kloster in Nordchina lebte, wurde K. in ein Regelwerk gebracht. Durch 18 Übungen sollten seine Schüler körperlich gestärkt werden. Nach seinem Tod wurde das System von dem Priester Chueh Yuan überarbeitet und verbessert (170 Übungen). In der Folgezeit entwickelten sich mehrere Schulen, die sich in zwei Hauptrichtungen gliedern. Erstere legt Wert auf Rhytmus, Sprünge, Stöße usw., während Letztere langsame und graziöse Bewegungen (Ballettstil) trainiert. Wichtiger ist für sie die geistige Kontrolle des Körpers. Es lassen sich dabei drei Stile unterscheiden: Tai Chi Chuan, Pa Kuan Chuan, Shin Yi Chuan.

Lit.: Werner, Helmut: Lexikon der Esoterik. Wiebaden: Fourier, 1991.
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