Auch Kunkel (* 1630/38 Hütten/Schleswig Holstein; † 20.03.1703 Stockholm oder Pernau), deutscher Chemiker und Alchemist, der seine Kenntnisse im Selbstunterricht und bei anderen Praktikern erwarb. Nach eigenen Angaben trat er zunächst als „Chymicus und Pharmazeut“ in den Dienst der Herzöge von Sachsen-Lauenburg und wurde dann 1667 als Geheimer Kammerdiener und Direktor des Dresdener Laboratoriums an den Hof des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen berufen. Seine wichtigste Entdeckung war ein Verfahren zur Herstellung des Goldrubinglases (Kunckelglas).
Nachdem K. 1678 seinen Bericht über die Entdeckung des Phosphors veröffentlicht hatte, berief ihn Friedrich Wilhelm I. 1679 nach Berlin, wo ihm die Leitung des alchemischen Labors und einer neuen Glashütte übertragen wurde. Nach dem Tod des Kurfürsten geriet K. in Turbulenzen und kam sogar vorübergehend in Haft, weil man ihm u.a. die missbräuchliche Verwendung kurfürstlicher Gelder vorwarf. 1692 berief ihn der schwedische König Karl XI. nach Stockholm und erhob ihn unter Namenserweiterung zu Johann Kunckel von Löwenstern in den Ritterstand. K. kehrte allerdings bald wieder nach Preußen zurück und vertiefte sich auf seinem Rittergut in Pernau/Brandenburg in seine chemischen Arbeiten. Wenngleich noch geprägt von alchemischen Zielen und Denkweisen, trug K. bereits zur Entstehung der naturwissenschaftlichen Chemie bei.
W. (Auswahl): Ars vitraria experimentalis oder Vollkommene Glasmacherkunst. Frankfurt/Linz, 1679; posthum ersch.: Collegium physico-chymicum experimentale oder Laboratorium chymicum. Hamburg 1716 (Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek).