Kultsymbol

Insofern Kult als rituelle, gemeinschaftsbezogene Handlung gilt, durch die eine einmal gewirkte göttliche Tat gegenwärtig wird, sodass die Kultgemeinde sie mitvollziehen kann, ist das Symbol für den Kult in allen Religionen zentral.
K.e können sowohl Dinge und Worte als auch Handlungen sein. Zu den am weitesten verbreiteten K.en gehört das Wasser, das, weil es reinigt und belebt, in kultischen Waschungen und Bädern Symbol der Reinigung vom Schmutz der Vergangenheit und Durchgang durch den Tod zur Neugeburt ist (Taufe). Andere besondere K.e sind: das heilende und stärkende Öl, das der Salbung dient; das nährende Brot und der berauschende Wein, die im sakralen Mahl ihre Erfüllung finden. Milch und Honig, die in der Antike als vorzügliche Speisen der Götter galten, werden bei der Initiation dem Mysten gereicht und symbolisieren paradiesischen Überfluss. Ebenso hervorstechende K.e sind das verzehrende und wärmende Feuer sowie das aufstrahlende und alles Dunkel erhellende Licht.
Symbolische Gesten und Riten wiederum unterstreichen das Wort. Hierzu gehören Handauflegung als Symbol der Kraft- und Lebensübertragung; Hauchung als lebensvermittelndes Symbol; Salbung als Zeichen der Erfüllung mit göttlicher Kraft sowie Sterbe- und Wiedergeburtsriten bei der Initiation.
Als symbolisch gelten auch verschiedene Hand-Haltungen, sakrale Tänze, Ort und Zeit von Kulthandlungen sowie der Kultbau selbst mit seiner gesamten Einrichtung.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.
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