Kūkai

(Jap.; dt. etwa „Meer der Leere“; * 27.07.774 Byōbugaura (heute Zentsūji); † 22.04.835 (jap. Kalender 835/3/21) am Kōya-san), buddhistischer Mönch, Gelehrter und Künstler der frühen Heian-Zeit Japans, Begründer des japanischen Shingon-Buddhismus; gilt als derjenige, der den „esoterischen“ Buddhismus aus China in Japan einführte; wird auch als Wunder wirkender Held der japanischen Kulturgeschichte verehrt.
Sein erstes Werk, Sankyōshiki, vollendete er 797 im Alter von 24 Jahren. Das heute im Kongōbu-Tempel (Kongōbuji, Kōya-san) gehütete Manuskript aus Kūkais Hand zählt zu Japans Nationalschätzen. Beim Vorwort handelt es sich jedoch um eine spätere Revision.

828 gründete K. in der neuen Hauptstadt Heian-kyō (heute Kyōto) für die Angehörigen der unteren Gesellschaftsschichten eine private Lehranstalt zur umfassenden Bildung in Wissenschaft und Kunst. In den Folgejahren bis 835 verfasste er weitere Schriften.
Im Frühsommer 831 zeigten sich erstmals Symptome einer Krankheit. Die ihm verbleibenden Jahre bis zu seinem Tod verbrachte er fast durchweg auf dem Kōya-san, wo er am 21.03.835 starb.
K. war der Erste in Japan, der verkündete, dass der Mensch ursprünglich erleuchtet sei (hongaku).

W. (Auswahl): Kōbō Daishi zenshū (K.Z.), 1910.
Lit.: Bohner, Hermann: Kōbō Daishi. Monumenta Nipponica VI (1943) 1/2, 266-313 (mit Quellensammlung).
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