(Altgriech. krokódeilos), gehört zur Ordnung der amniotischen Landwirbeltiere. Man unterscheidet heute ca. 26 Arten, die sich auf acht bis neun Gattungen in den drei Familien der Echten Krokodile, der Alligatoren (inklusive Kaimane) und der Gaviale verteilen.
Das K. als im Wasser lebendes Tier, das auch auf der Erde heimisch ist, war im alten Ägypten von ambivalenter Bedeutung. Teils war es Götterfeind und Gefolgstier Seths, teils wurde es als Verkörperung Sobeks, des Gottes des Wassers, der Flussufer und der Sümpfe, sowie des Erdgottes Geb verehrt. Andererseits ist das K. Bestandteil jenes Ungeheuers, das im Totenbuch als Totenfresser am Totengericht teilnimmt. Hier besteht bereits die Analogie des Reptils zu dem Drachen als Höllenschlund. Bei Hiob wird das Kriechtier mit Leviathan gleichgesetzt, von Ezechiel (29,1-5 ‒ manchmal mit „Drache“ übersetzt) als Symbol für das stolze Ägypten gebraucht. Bei Plutarch, im Physiologus und in der christlichen Kunst des Mittelalters steht es für das Böse schlechthin. Die Redewendung von den „Krokodilstränen“ für eine geheuchelte Beileisbezeugung kam vermutlich im Humanismus auf. Tatsache ist, dass die Echsen während des Fressens ein Tränensekret absondern.
In Gegenden des Westsudan werden K.e in besonderen Sümpfen als heilige Tiere gehalten. In Ozeanien spielen sie eine Rolle bei der Initiation.
Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991; Wetzel, Christoph: Das große Lexikon der Symbole. Darmstadt: Primus, 2008.