Kröten

(Bufonidae), Familie innerhalb der Ordnung der Froschlurche, weltweit mehr als 650 Arten auf allen Kontinenten verbreitet, mit Ausnahme von Grönland, Antarktis, Madagaskar, Neuseeland und vielen Pazifik-Inseln.
In China wurde das die Dunkelheit und Feuchtigkeit liebende Tier vorwiegend mit dem Prinzip Yin, mit dem Mond, mit Fruchtbarkeit und Reichtum und in vielen Kulturen mit Regen und Regenzauber in Verbindung gebracht. Später erfuhr die K. häufig eine ambivalente Deutung: einerseits Schatzhüterin, guter Hausgeist und Helferin bei Geburten. Seit der Antike stellte man sich die Gebärmutter häufig in Gestalt einer K. vor. Andererseits sah man in ihr ‒ im Gegensatz zu der eher positiven Symbolbedeutung des Frosches ‒ aber auch ein giftiges Hexentier. In Ägypten galt sie, möglicherweise wegen ihres bevorzugten Aufenthalts in der Erde, als Totentier, während sie von den Kopten, wie der Frosch, zum Symbol der „persönlichen Auferstehung“ christlich umgedeutet wurde ‒ vielleicht in Anspielung an ihren markanten Gestaltwandel im Zuge der Entwicklung von der Kaulquappe bis zum fertigen Tier. In der Kunst des MA erscheint die K. sowohl bei Todesdarstellungen als auch im Zusammenhang mit den Lastern Wolllust und Geiz.

Lit.: Becker, Udo: Lexikon der Symbole. Freiburg i.Br.: Herder, 1998.
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