Krankheitsdämon

Schon in der Antike vermutete man bei Krankheiten von Mensch und Tier Dämonen am Werk, die auch speziellen Körperteilen zugeordnet wurden und angeblich bestimmte Krankheiten hervorriefen. Mittels Beschwörung versuchte man sie einzudämmen.
Die Vorstellung von hierarchisch geordneten Geistwesen des Makrokosmos, die über Sphären und Planeten bis in den Mikrokosmos wirken, und die Lehre von der Wesensverwandtschaft der Entitäten, die hinter jeder Krankheit einen eigens dafür zuständigen Dämon vorsieht, wurde von den mittelalterlichen Theoretikern übernommen. Sie rückten den Krankheitsdämonen u.a. mit Exorzismen zu Leibe. Für eine weitere Ursache von Krankheiten hielt man den „bösen Blick“, der Magiern und später Hexen zugeschrieben wurde.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.