(Grus grus), auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich, Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae). In Europa kommt er weitgehend als einzige Kranichart vor, erst ab der Schwarzmeerregion beginnt das Verbreitungsgebiet des Jungfernkranichs, der kleinsten Art der Familie. Die Vögel sind in den Sumpf- und Moorlandschaften weiter Teile Nord- und Osteuropas, aber auch in einigen Gebieten im Norden Asiens anzutreffen.
In der griechischen Mythologie war der K. Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Eine Sage erzählt, dass K.e während einer Flugpause eine Wache aufstellen, die einen Stein in der Kralle hält, um das Einschlafen zu verhindern. Im Hexaemeron des Kirchenvaters Ambrosius, in Bestiarien und in der Emblematik wurde der K. daher zum Sinnbild der vigilantia, der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. Er war auch ein Symbol für Klugheit und galt als „Vogel des Glücks, der Liebe und Lebensfreude“. In China und Japan stand er für ein langes Leben bzw. für Unsterblichkeit, in Indien hingegen für Tücke und Verrat. Bei einigen Völkern Afrikas genoss er aufgrund seiner gravitätischen Haltung hohes Ansehen. In der Dichtung steht er symbolisch für das Erhabene in der Natur. In archaischer Zeit war die Nachahmung des kreisförmigen Tanzes der K.e während ihrer Balz häufig Bestandteil von Initiationen und dem damit verbundenen Lebens- und Todesaspekt.
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