Tschech. Kryštofer, manchmal auch Kötter geschrieben (* 1585 Langenau bei Görlitz; † 1647 Oberlausitz), tschechischer Visionär während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, dessen Visionen die politischen Kämpfe in Böhmen beeinflussten.
K. erlernte in Görlitz das Weißgerberhandwerk und übte seinen Beruf in Sprottau aus. Auf dem Weg nach Görlitz, am 11. Juni 1616, wurde ihm die Erste einer Reihe von Visionen zuteil, in der ihm angeblich ein Himmelsbote in Gestalt eines „Hammermanns“ (Erzbergwerker) erschien und ihn aufforderte, der geistlichen und weltlichen Obrigkeit die Botschaft zu überbringen, dass Gott über die Sünden der Menschheit erzürnt sei und denen, die nicht Buße tun wollten, ein Strafgericht schicken werde.
Seine Aussagen nahmen im Zuge des Dreißigjährigen Krieges insofern zunehmend konkreteren politischen Charakter an, als sie den Kampf zwischen dem als Adler geschauten Katholizismus Habsburgs und den als Löwen vorgestellten Protestanten evozierten und dabei den Löwen den Sieg prophezeiten. Nach seiner Rückkehr von einem Aufenthalt beim Kurfürsten von Brandenburg wurde K. 1625 wegen seiner gegen Habsburg gerichteten Prophezeiungen mit dreimonatiger Kerkerhaft bestraft, an den Pranger gestellt und des Landes verwiesen. Er floh daraufhin in die Oberlausitz, teilte keine weiteren Visionen mehr mit und starb 1647 in Hunger und Armut.
Lit.: Art. Kotter, Christoph, in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd. 9 (1941, Ndr. 2000), Sp. 78-81.