Kosmotheismus

Im K. spielt, im Gegensatz zum Theismus, die Welt selbst eine zentrale Rolle als ordnende und schöpfende Kraft. Eine Trennung von Natürlichem und Übernatürlichem besteht nicht (Monismus). K. ist nicht der willentliche Akt eines Schöpfergottes, sondern ist von allein entstanden bzw. es hat ihn schon immer gegeben.
Nach dem Ägyptologen J. Assmann bezeichnet der Begriff K. die religiöse Wirklichkeit der Antike, vor allem in Ägypten, besser als der Begriff Polytheismus. Es handle sich nur scheinbar um einen Kult einer Vielzahl von Göttern, denn die Welt sei als Ganze göttlich und die angeblichen Götter bezeichneten ihre Eigenschaften.

Lit.: Assmann, Jan: Monotheismus und Kosmotheismus: ägyptische Formen eines „Denkens des Einen“ und ihre europäische Rezeptionsgeschichte. Heidelberg: Univ.-Verl. Winter, 1939.
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