Kosmogonie

(Griech., Weltentstehung), mythisch-religiöse Lehre von der Weltentstehung und Weltentwicklung, wie sie bei fast allen Völkern auftritt. Die kosmogonischen Dichtungen der Antike, besonders Hesiods, die in personifizierender und mythologischer Form einen ersten Versuch einer sinnvoll-logischen Erklärung der Weltentstehung darstellen, sowie orphische Lehren gingen den philosophisch-wissenschaftlichen K.en voraus, die bereits den Übergang zur Kosmologie bilden und eine auf natürliche Weise erklärbare Entstehung und Entwicklung der Welt lehrten. Wichtige philosophische K.en finden sich bei den ionischen Philosophen, bei Platon, J.S. Eriugena und R. Grosseteste.
Im 20. Jh. wurde die K. des Universums, also die gesamt-physikalische Materie, zum Hauptproblem der physikalischen Kosmologie.

Lit.: Blumenberg, Hans: Die Genesis der kopernikanischen Welt. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1985.
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