Kosmisches Bewusstsein

(Engl. cosmic consciouness). Der Begriff wurde 1901 von dem kanadischen Psychiater Richard Maurice Bucke (1837-1902) in seinem gleichnamigen Buch eingeführt.
Während seines Aufenthalts 1872 in London hatte Bucke eine flüchtige mystische Erfahrung, die er als ein paar Momente „kosmischen Bewusstseins“ ansah. Er beschrieb die Besonderheiten dieses Erlebnisses wie folgt: plötzliche Erscheinung, subjektives Empfinden von Licht (inneres Licht), moralische Erhebung, intellektuelle Erleuchtung, Gefühl der Unsterblichkeit, Verlust der Todesangst, Verlust des Gefühls der Sünde.

Der Begriff „kosmisches Bewusstsein“ leitet sich jedoch vom lebhaften Gefühl des gesamten Universums als Leben der Gegenwart statt einer leblosen, reglosen Materie ab. Um diese direkte Wahrnehmung zu erklären, entwickelte B. eine Theorie, die drei Stufen in der Bewusstseinsentwicklung umfasst: das einfache Bewusstsein der Tiere, das Selbstbewusstsein der überwiegenden Mehrheit der Menschheit (inkl. Vernunft, Vorstellungsvermögen usw.) und das kosmische Bewusstsein.

Lit.: Bucke, Richard Maurice: Die Erfahrung kosmischen Bewusstseins. Freiburg i.Br.: Aurum, 1995.
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