Kosmische Schlange

Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, also endlos ist. Sie steht im Indischen für den Kreislauf des Universums oder die Zeit. Sie umgibt die Welt, die sich als Lotusblüte in der Mitte des Ozeans entfaltet oder auch im Bild einer sich langsam durch die Ewigkeit bewegenden Schildkröte abgebildet wird.
Auch die Griechen kennen diese Schlange (Ouroboros), die über die Gnosis in die Alchemie eindrang. Gelegentlich hat sie vier Tatzen, die als die vier Elemente verstanden werden. Manchmal besitzt sie Flügel, was auf die dauernden Energien der Welt verweist.
In Ritterdichtungen bewegen sich Helden auf Greifen, Mischwesen aus Adler und Schlange.
Im Tantrismus erscheint die Lebenskraft im Menschen als Schlangenkraft (Kundalini): Nicht nur ihre Fähigkeit, sich zu einem Ring zusammenzulegen, sondern auch sich durch den Hautwechsel zu erneuern, machte dieses Tier zum Bild für den ewigen Kreislauf der Energien und damit auch für den Kreislauf der Zeitalter.

Lit.: Bauer, Wolfgang u.a.: Lexikon der Symbole, Wiesbaden: Fourier, ¹²1991.
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