Kornregen

Ein solcher soll am 14.6.1570 gleich an drei Orten niedergegangen sein: in Zwispalen in Österreich, in Ried in Bayern und in Mattighofen in der Grafschaft Ortenburg. Zwei Flugblätter mit demselben Text, lediglich unter Austausch der Holzschnitte, stammen von Peter Hug aus Straßburg und Michael Manger aus Augsburg.
Der Text berichtet, dass sich zwischen 4. und 5. Vhrn / ein dicke oder trüb Gewülcken erzeigt und es daraus Koren geregnet habe. Die Menschen haben davon etliche Schüssel vol auff geklaubt, das Korn gemalen vnd gebachen / vnd hat ein sehr gut süß vnd lieblich Brot geben. Im zweiten Texttel versucht der Autor zu erläutern, dass das Ereignis ein Beleg für die Allmechtigkeit vnnd gütigkeit Gottes sei und als Parallelfall zu dem im Alten Testament berichteten Mannaregen gesehen werden könne. Die Botschaft der K.nberichte ist somit: Wer ein Leben im Sinne Gottes führt, wird einerseits im irdischen Leben mit Nahrung gespeist, andererseits im ewigen Leben belohnt.

Lit.: Hug, Peter: Ein wahrhaftige/doch wunderseltsame geschicht (…). Straßburg, 1570; Manger, Michael: Eine wahrhafftige/doch wunterseltzame Geschicht (…). Augsburg, 1570.
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