Kornmumie

Leinenumwickelte Figur aus Erde und Getreidekörnern aus dem alten Ägypten. Eine aus Erde und Saatkorn geformte Figur des mumiengestaltigen Gottes Osiris wurde mit Körnern besät. Ihr Keimen versinnbildlichte fruchtbare Kräfte des wiederbelebten Osiris, durch die er die Erneuerung der Vegetation und die Wiederauferstehung der Toten bewirkte. Vermutlich ging es dabei um Ahnenverehrung.
Die Ursprünge der K.n reichen bis in das Mittlere Reich zurück. Die Figuren sind vorwiegend mit Leinenbinden umwickelt, mit einer Gesichtsmaske aus Wachs versehen und meist zwischen 35 und 50 cm lang. Oft wurden sie in falkenköpfigen kleinen Holzsärgen vorgefunden. Rund 50 K.n sind erhalten, die nur selten in Gräbern, sondern meist in einfachen Gruben entdeckt wurden.
Einige K.n können im Paneum in Asten/Oberösterreich besichtigt werden.

Lit.: Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 2000.
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