Korallen

(Griech. korállion, lat. corallium, Koralle), koloniebildende Nesseltiere (Cnidaria). In der Fauna dienen lebende wie abgestorbene K. als Brutstätte und Kinderstube für viele Meeresbewohner.
Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurden K. und K.äste, vornehmlich von roter Farbe, als Schmuck und in der Antike für Amulette verwendet. Man schrieb ihnen magische Eigenschaften zu, und sie galten als Schutz gegen Krankheiten, Blitzschlag und Misswuchs. Im alten Ägypten waren K. der Isis und in Rom der Venus heilig.
Für das Mittelalter ist auch die heilkundliche Anwendung der Kalkskelette von weißen und roten K. (lat. Corallium, unterschieden in Corallium album und Corallium rubeum bzw. Corallium rubrum) belegt. Verwendet wurden sie, zu Pulver gemahlen, in Arzneitränken gegen Milz- und Harnsteinleiden.
Rosenkränze aus Korallen („Paternosterkorallen“) waren im Nachmittelalter sehr beliebt.

Lit.: Francé, Raoul H.: Korallenwelt: der 7. Erdteil. Stuttgart: Franckh’sche Verlh., 1930.
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