Kopf

Träger des Bewusstseins, Symbol der Persönlichkeit des Menschen. Aus Angst, den Kopf (das Leben) zu verlieren, legten die alten Ägypter einen lebensgroßen Ersatzkopf mit in das Grab. Die dem K. zugeschriebene Kraft führte bei Naturvölkern, vor allem in Südostasien, Polynesien und Südamerika, zur Kopfjagd und im christlichen Volksglauben zur Verehrung der K.-Reliquien einzelner Heiliger. Die Darstellung von Märtyrern, die ihr abgetrenntes Haupt in Händen halten, verweist auf die Hingabe ihres Lebens an Gott. Ein besonderes ikonographisches Motiv war die sog. „Johannesschüssel“, das dem Täufer Johannes abgeschlagene und auf einer Schüssel präsentierte Haupt (Mt 14,1-12).
In hellenistisch-ägyptischen Zauberpapyri und im europäischen Volksglauben ist auch die Rede von kopflosen Geistern, die meist in einem Bedeutungszusammenhang mit Bedrohung, Spuk, Tod und Unterwelt stehen.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.
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