Kontemplation

(Betrachtung), bedeutet die intuitive Schau der obersten Wahrheiten, im religiösen Sinn die Schau Gottes.
In der antiken griechischen Philosophie war K. das intuitive Schauen („theoria“) der höchsten Ideen, von Kirchenvätern als Gottesschau verstanden, als Vorbereitung auf die Anschauung Gottes in der Vollendung und als Einübung in diese eine wesentliche Praxis der christlichen Mystik. So ist die K. mit der Aktivität der Öffnung des Herzens und der Einkehr in sich verbunden, besteht aber im Wesentlichen in einem eher passiven Durchdrungensein von der Gegenwart Gottes in seinem Geist und von der Gegenwart Jesu Christi. Sie kann mit der Erfahrung von Leere und Nacht oder von Ekstase und Erleuchtung einhergehen.

Lit.: Vorgrimler, Herbert: Neues theologisches Wörterbuch. Freiburg i.Br.: Herder, 2000.
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