Konrad von Marburg

(* Um 1180–90; † 30.07.1233 Beltershausen bei Marburg), hochmittelalterlicher Priester und Magister, erfolgreicher Kreuzzugsprediger, später Inquisitor und Beichtvater Elisabeths von Thüringen, der späteren hl. Elisabeth (1207-1231), 1227 von Papst Gregor IX. (1227-1241) zum Generalinquisitor für Deutschland ernannt.
In der Überzeugung, dass es in Deutschland eine Sekte gebe, die den Teufel verehrt, führte K. im Elsass, im Bistum Mainz und in Trier besonders grausame Untersuchungen durch. Um die Zustimmung des Adels zu erlangen, wurden die Adeligen bei der Aufteilung des Vermögens hingerichteter Ketzer bevorzugt. Als K. auch gegen den Hohen Adel vorging, machte er sich König Heinrich VII. (1211-1242), den Sohn und Statthalter Kaiser Friedrichs II. (1194-1250) in Deutschland, und zahlreiche Bischöfe zu Gegnern. K. wurde 1233 bei Marburg ermordet und aufgrund seiner Verdienste an der Seite der hl. Elisabeth beigesetzt. Daraufhin zeigten 25 Bischöfe auf einer Synode in Mainz offen ihren Unmut über seine Tätigkeit und legten bei Papst Gregor IX. Beschwerde ein. 1235 verurteilte dieser die auf der Synode vertretenen Ansichten auf das Schärfste. Das Amt des Generalinquisitors wurde daraufhin dem Bischof Konrad von Hildesheim übertragen, dessen Versuch, Deutschland mit einem System von Inquisitonsgerichtshöfen nach dem Vorbild Frankreichs zu überziehen, ebenfalls scheiterte.

Lit.: Vahl, Wolfhard: Konrad von Marburg, die Hl. Elisabeth und der Deutsche Orden (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg; 18). Marburg, 2007.
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