Konfuzius

Lat. Wiedergabe von K’ung Fu-tzu (Meister K’ung). K., ein chinesischer Weiser, wurde 551/52 v. Chr. in dem kleinen Feudalstaat Lu, unweit vom heutigen Chantung, geboren. Zu seinem Leben gibt es nur wenige Angaben. „Lun Yü“, die aufgezeichneten Gespräche mit seinen Schülern (zusammengestellt im 3. Jh. v. Chr.), sind vermutlich die beste Quelle, wenngleich sich hier Legenden eingeschlichen haben.
K. arbeitete als Polizei-Vorsteher und war in den Riten seines Volkes und in der Musik bewandert, durch die er die Anregungen über die Vollendung der moralischen Rechtschaffenheit in der Gesellschaft fand. Mit zunehmendem Alter widmete er sich mehr und mehr seinen Schülern. Vermutlich starb er 479 v. Chr.
Seine zentrale Lehre ist jene von der Tugend des Jen, der Güte und Menschenfreundlichkeit. Der Hauptakzent liegt dabei auf der ethischen Bedeutung menschlicher Beziehungen. Er sieht die Moral in der menschlichen Natur und ihrer Offenheit für das Göttliche begründet. Er lehrte auch, dass es der Himmel sei, der ihn beschütze und ihn gesandt habe. Seine Lehre beeinflusste den Verlauf der gesamten ostasiatischen Geschichte. Informationen über K. und seine Lehre gelangten vor allem während des 17. und 18. Jahrhunderts durch die in China lebenden Jesuitenmissionare in die westliche Welt.

Lit.: Gespräche = (Lun yü)/Konfuzius (Kungfutse); aus dem Chinesischen übers. und erl.von Richard Wilhelm. Köln: Anaconda, 2019.
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